DIE ABTEI SANKT NABOR

DIE ABTEI SANKT NABOR

Jeden Tag von 07 Uhr bis 18 Uhr geöffnet (im Sommer bis 19 Uhr).

Der Bau wurde mit buntem Sandstein aus Sankt-Avolder Steinbrüchen errichtet. Die Kirche lenkt die Aufmerksamkeit des Beobachters vor allem durch erhabenes, harmonisches Aussehen auf sich: mit ihrem hohen Schieferdach, ihrem hohen massiven Glockenturm und ihren eleganten, mit Laternen ausgestatteter Zwiebeltürmen, die das Chor umrahmen.

AUS DER GESCHICHTE DER ABTEI UND DER KIRCHE

 

 

Der Überlieferung zufolge hat Sankt Fridolin, ein irischer Mönch, während seiner Bekehrungsreise nach Deutschland die Abtei Saint-Avold in den Jahren 506-510 gegründet. Der Metzer Bischof Chrodegang brachte 765 aus Rom die Reliquien des Hl. Nabor, eines römischen Offiziers, der als Christ unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod starb.

Im Mittelalter entwickelte sich, wegen der Abtei, die Stadt zu einem blühenden Handelsplatz. Nach den Wirren der Kriege im 17. Jahrhundert, entwarf der Benediktinerorden, nach Plänen des Benediktinermönchs und Architekten D. Leopold Durand (1666-1749), eine neue Kirche, die zwischen 1755 und 1769 entstand.

In der Französischen Revolution, wurde die Klosteranlage als Staatseigentum verkauft, wodurch sie in der Folge große Schäden erlitt. Durch ein Dekret vom 10. September 1792, wurde die leerstehende Abteikirche ihrer neuen Bestimmung übergeben. Sie diente von da an als neue Pfarrkirche und ersetzte die als baufällig geltende ehemalige Stadtkirche Sankt Peter und Paul, die entweiht und an Privatpersonen verkauft wurde.

 

In den Jahren 1908 bis 1911 wurde die Kirche im Barockstil neu gestaltet. Der Luftangriff der Alliierten vom 9. November 1944 beschädigte das Gebäude schwer. Die Arbeiten zur Beseitigung der Kriegsschäden dauerten bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Das Gebäude vom Typ Hallenkirche, kreuzförmig, mit kurzem Querschiff, nach Osten orientiert, ist geprägt vom französischen Klassizismus: elegante bauchige Säulen mit korinthischen Kapitellen, Gewölberundbögen und breite Fensteröffnungen, durch die das Licht hineinströmen kann.

DER CHOR

3_2 - Choeur

Um die Nische mit der Statue des Heiligen Nabor, Schutzherr der Pfarrei, entfalten sich wunderschöne Holzvertäfelungen, welche vom Holzschnitzer Jacques Gounin hergestellt wurden. Die rechts eingefasste gemalte Leinwand stellt die Himmelfahrt Maria dar. Sie wird dem berühmten Kunstmaler aus Saint-Avold Joseph Melling (1724-1796) zugeschrieben. Das Dekor wird durch sehr schöne Kredenzen aus dem 18. Jahrhundert ergänzt. Das gesamte Kunstgebilde wird überragt vom einem herrlichen „Heiligenschein“ mit Goldstrahlen und einer Wolkenkrone aus Stuck, aus welchen Engelgestalten hervortreten.

KREUZ DES PORCELETS

Rechts über dem Marienaltar hängt das „Kreuz des Porcelets“. Es stellt die Kreuzigung Jesus dar. Rechts und links am Fuß des Kruzifixes stehen Maria und der Heilige Johannes.

DIE ORGEL

Die große Orgel ist das Werk des berühmten, aus den Vogesen stammenden Orgelbauers Barthelemy Chevreux, der 1770-1771 in Sankt-Avold arbeitete. Das Orgelgehäuse wurde von Jacques Gounin geschnitzt. Dieser Künstler der auch in Saarbrücken und Zweibrücken zahlreiche kunstvolle Holzschnitz– und Bildhauerarbeiten in Kirchen leistete, schnitzte auch die Täfelungen des Chors in den Jahren 1769-1770. Der gesamte Orgelkomplex wurde im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und die vollständige Restaurierung erst 1987 abgeschlossen.

ELEMENTE AUS DER EHEMALIGE STADTKIRCHE SANKT PETER UND PAUL

 

Im hinteren Teil des linken Nebenschiffs befindet sich ein aus der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts stammender, in die Wand eingebauter Altaraufsatz der Mutter Gottes sowie eine in Stein gehauene Gruppe (1490-1520), die die Grablegung Jesus darstellt.

DIE KIRCHENFENSTER VON ARTHUR SCHOULER

 

 

Sie sind mit einer Gesamtfläche von 420m² das Werk des Künstlers und Glaskünstlermeisters Arthur Schouler (1927-1984) aus Sankt-Avold. Sie entstanden in den Jahren 1969-1971, als Ersatz der von der Firma Franz Xaver Zettler aus München 1910 eingesetzten Fenster, die dem Luftangriff von 1944 zum Opfer fielen. Diese modernen Kirchenfenster fügen sich harmonisch in die Ausstattung der Kirche ein.

Faszinierend ist die Entdeckung diese wunderbaren Kirchenfenster. Im Chor und im Querschiff, befinden sich ein Zentralmotiv mit dem Thema eines jeden Fensters. Die Thematik der Fenster des Kirchenschiffes sind der Schöpfung und der vier Elemente (Wasser, Wind, Erde und Feuer) gewidmet.

Crédit photos : AMSA, Jean STOCKER, Ville de Saint-Avold.